12.07.
Nach einer langen Heimreise über Aurangabad, Delhi und Frankfurt, erfüllt mit all den reichhaltigen und bunten Erlebnissen der letzten 3 1/2 Wochen wieder gut in München und zuhause gelandet.



Das Herz Indiens ist das Dorf
12.07.
Nach einer langen Heimreise über Aurangabad, Delhi und Frankfurt, erfüllt mit all den reichhaltigen und bunten Erlebnissen der letzten 3 1/2 Wochen wieder gut in München und zuhause gelandet.


Heute ist der letzte Tag meines Aufenthaltes hier in Indien. Wir nutzen die Zeit, um Foodkits zu verteilen – an eine ausgewählte Gruppe am Mittag und abends noch einmal in Chinchvihire, einem Dorf in der Nähe. Alle Menschen nehmen die bunten Pakete dankbar entgegen. Dazwischen kommen noch einige unserer Studenten um sich zu verabschieden. Außerdem nehmen wir Aishvari, eine sehr kluge Studentin aus armen Verhältnissen, in unser Programm auf. Ein voll gepackter letzter Tag!






Es ist für mich immer wieder faszinierend wie die Menschen hier in Indien ihre religiöse Hingabe leben und damit ihren Alltag bereichern. Als wir heute in einem Restaurant Essen holen und wir den Besitzer fragen, ob das Essen denn gut sei, sagt er mit großem Ernst, schon für Sai Baba würden sie ihr Bestes geben.
Eine Erinnerung geht auch hin zum Mahanubhava-Tempel am Ghodavari. Die Anhänger verehren Krishna und verbringen weite Teile ihres Lebens, z.T. seit ihrer Geburt, im zugehörigen Ashram.



Im Hintergrund in der grünen Hängematte liegt ein zweijähriges Mädchen, das an den Ashram gegeben wurde.
Die Sozialarbeiterin nimmt uns heute mit in umliegende Dörfer. Am Straßenrand begegnen wir der Erfolgsstory von Rose und Michael: Rose hat mit dem Verkauf von Kokosnüssen an der Straße angefangen; langsam hat sie Kekse, Wasser und Lemonsoda dazu genommen. Durch die Unterstützung der Schwestern haben die beiden heute einen kleinen Laden, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Die Sozialarbeiterin konnte für viele Frauen aus den Dörfern eine Einkommensquelle in einer großen Cashewfabrik finden. 70 % der Arbeiterinnen dort entstammen den Selbsthilfegruppen der Schwestern. Sie bekommen dort nicht nur ein regelmäßiges Einkommen, sondern auch Teepausen und Mittagessen.






Enge Landstraßen führen uns durch üppige Landschaft und vorbei an Reisfeldern an die Küste vor Sindudurgh. Dort besuchen wir das Dorf Devbagh auf einer Halbinsel. Dieses Dorf wird sehr häufig von Zyklonen und Stürmen heimgesucht. Jedesmal sind die Häuser der Bewohner, alle Fischer, bedroht. Eine Mauer oder ein ähnliche Verbauung könnte die Menschen schützen. Wir diskutieren mit den Dorfbewohnern mögliche Vorgehensweisen. Ihnen selbst fehlt das Geld für eine nachhaltige Lösung.




Wir besuchen heute eine ayurvedische Klinik in den Hügeln hinter Sawantwadi. Von überall her kommen Patienten hierher. Der leitende Arzt setzt sehr häufig eine Therapie mit Steinen ein – spannend anzusehen und anscheinend hochwirksam.



Am Nachmittag haben wir noch die Möglichkeit eine Cashew-Factory zu besuchen. Das meiste ist Handarbeit. Die Frauen, die die Kerne aus den Schalen lösen, verdienen am Tag etwa 2 €. Cashewnüsse sind ein Merkmal dieser Region.





Der Goa-Express bringt uns über Nacht in eine andere Welt. Schon diese Fahrt birgt eine besondere Erfahrung – die Ausstattung ist einfach, doch sauber und für alles Notwendige ist gesorgt, so dass wir die 17-stündige Fahrt sehr gut überstehen. Unser Ziel ist Sawantwadi, um einige offene Fragen zum nächsten Einsatz von Interplast Germany e.V. zu klären, aber auch um Zeit mit unserer Freundin Sr. Hilda und ihren Kolleginnen zu verbringen. Die Schwestern leben in einer alten – und sehr gemütlichen – Missionsstation. Dort werden wir herzlich empfangen. Die Landschaft ist üppig grün und damit in starkem Kontrast zum Ahmednagardistrikt. Wir bekommen hier die Chance „richtigen“ Monsunregen zu erleben.







Sonali, unsere Collegestudentin, die ihren MBA in Human Ressource Management letztes Jahr abgeschlossen hat, arbeitet jetzt für eine Versicherungsgesellschaft in Pune und ist in dieser Woche im Homeoffice zuhause bei ihrer Familie. Dort leben 5 Erwachsene in 2 kleinen Räumen. Wie unterschiedlich doch die Welten sind, in denen sich diese jungen Menschen bewegen: die hektische Welt des Business in der großen Stadt und das sehr einfache Leben weit abgelegen auf dem Land.



Wir haben heute eine solarbetriebene Brunnenanlage besichtigt. Diese Anlagen werden von der Regierung unterstützt. Das Programm gilt nur Farmern. Die Farmer beantragen die Anlage und werden über ein Losverfahren ausgewählt- der Farmer der Anlage musste mehr als 6 Jahre warten.


Wir besuchen heute ein Dorf weit im Inneren des Landes. Der Weg führt uns über sehr kleine Straßen, mit vielen tiefen Löchern, die durch den Monsun nicht besser geworden und nur schwer zu umfahren sind. Damit brauchen wir für 57 km fast 2 Stunden. Die Familien erwarten uns schon- in einem kleinen engen Raum von etwa 12 qm. Da der Strom gerade fehlt um den Ventilator anzutreiben, fühlt es sich einer Sauna ähnlich an. Die Familien erzählen von ihren Kindern, meist Mädchen, und auch davon, dass sie einige Töchter schon sehr früh ( mit 14 oder 15 Jahren) verheiraten mussten. Corona hat ihre Lebenssituation erschwert, da die Kinder nicht zur Schule bzw in die Hostel konnten. Damit waren mehr Esser zuhause. Die Schüler konnten aufgrund mangelnder Handys und bestehender Netzprobleme kaum dem Unterricht folgen. Doch jetzt mit dem beginnenden Schuljahr freuen sich alle auf die Schule. Da all diese Familien sehr arm sind, geben wir am Ende des Treffens Essenspakete aus, die sehr dankbar entgegen genommen werden.



