Heute ist der von den Schülern der Michael-Ende-Schule lang erwartete Tag: endlich bekommen sie die bunt gestalteten Briefe ihrer indischen Brieffreunde. Seit nunmehr 4 Jahren schreiben sich die Jugendlichen, lassen einander an ihrem Alltag und ihrer Kultur teilhaben und fragen interessiert nach. Mit den Briefen aus Indien schließen wir die Projektarbeit dieser Gruppe ab. Es bleibt den Jugendlichen überlassen, weiterhin Kontakt zu ihren Freunden zu halten, ganz gleich ob über Whattsapp, Email, Facebook oder Brief. Wie viele wohl die Chance nutzen werden?
Bundesverdienstkreuz für Petra und was das für den Verein bedeutet
Am 16. April 2026 wurde Petra in München mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Es ist die höchste Anerkennung der Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl und wird vom Bundespräsidenten verliehen.
Überreicht wurde die Auszeichnung von Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf, die in ihrer Ansprache sagte:
„Ihr Wirken ist ein Geschenk an unser Land. Sie handeln aus Überzeugung und Verantwortung und leisten seit vielen Jahren einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwohl.“ Petra wurde an diesem Tag von Mitgliedern des Vereins, Gisela Nikodemus aus dem Vorstand und Heinrich Nikodemus, sowie von ihren Kindern begleitet.
Für uns als Verein war dieser Moment etwas Besonderes, weil diese Auszeichnung sichtbar macht, was seit vielen Jahren oft im Hintergrund und mit unfassbarem Einsatz eben durch Petra passiert.
Dieser Beitrag hier im Blog ist deshalb auch eine kleine Ausnahme. Denn normalerweise kommen die Worte hier von Petra selbst, diesmal übernimmt das Team 🙂
Für Petra ist der Orden vor allem eine Anerkennung für die gemeinsame Arbeit. Für all die Menschen, die love learn live e.V. tragen. Hier in Deutschland und vor allem vor Ort in Indien.
Ein zentraler Gedanke der Arbeit ist das gegenseitige Lernen. Der Verein unterstützt nicht nur, genauso lernen wir selbst dazu. Diese Haltung prägt unsere Projekte bis heute.
Gerade in einer Zeit, in der viele Krisen gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit fordern, wird es schwieriger, den Fokus auf langfristige Hilfe zu halten. Umso wichtiger ist jedes Zeichen, das genau daran erinnert.
Oder, wie Petra es gesagt hat: „Diese Auszeichnung hilft uns, sichtbar zu bleiben und zeigt, dass auch kleine Beiträge einen echten Unterschied machen können.“
Vielen Dank Petra auch von uns für deinen unglaublichen Einsatz!!!
Übergabe durch Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf
Heute Nachmittag um 15:00 Uhr geht’s mit dem Fahrer nach Mumbai. Die letzten 4 Wochen waren reich an vielfältigsten Erfahrungen und Begegnungen und ich bin voller Hochachtung für die Menschen hier, wie sie all die Hindernisse in ihrem Leben annehmen und versuchen zu bewältigen.
Vor allem aber haben mich die letzten Wochen wieder einmal gelehrt, wie plural die indische Gesellschaft ist und wie vorsichtig wir mit unseren Beurteilungen sein sollten.
An meinem letzten vollen Tag warten noch einige Programmpunkte. Am Vormittag sitzen wir mit der Frauengruppe, mit der wir schon im letzten Jahr gearbeitet haben, und bestimmen die nächsten Schritte. Am späteren Nachmittag besuchen wir die Nachhilfegruppe. Im Schnitt kommen 25 Kinder am Tag – heute sind es wegen unseres Besuchs und der damit verbundenen Leckereien und Geschenke fast 40 Kinder.
Im Zentrum steht heute das Treffen unserer SchülerInnen und Studierenden. Viele sind gekommen – zum Teil von weit her mit Fahrzeiten von mehr als 6 Stunden. Inzwischen treffen sich hier Generationen der letzten 16 Jahre. Wir begrüßen Jugendliche von der 5. Klasse aufwärts, SchülerInnen der 11. und 12. Klasse, CollegestudentInnen und Ehemalige. Einige unserer Ehemaligen kennen wir seit den ersten Stunden. Sie verdienen inzwischen und manche haben bereits Kinder. Der Austausch ist rege und für das leibliche Wohl sorgen z.T. die Mütter der Studierenden. Zuletzt bilden wir ein Board zur Organisation der nächsten Treffen und zur Anregung weiterer sozialer Aktivitäten.
Auf dem Weg machen wir Pause an einem sehr beliebten Platz für köstliches Chivada und mit sehr gutem Tee. Die Männer genießen vor Ort, während die meisten Frauen „Parcel“ mit nach Hause nehmen.
Das an das Nityaseva-Hospital angegliederte BSc-Nursing-College ist noch im Aufbau. Im Moment werden die ersten 3 Jahrgänge unterrichtet. Die Anwesenheit des Ärzteteams bietet die besondere Chance für die Studenten, durch Vorträge außerhalb des Syllabus den Horizont zu erweitern. Dr. André Borsche berichtet über die Historie von Interplast Germany e.V. und deren besondere Philosophie der Zusammenarbeit mit den Empfängerländern, hier Indien. Dr. Eva Borsche stellt auf sehr anschauliche Weise die Grundideen der Homöopathie vor und zeigt einige Beispiele. Die Studenten folgen mit großem Interesse, wenngleich die Erfahrung solcher Vorträge eher ungewohnt scheint.