20.01.2026

Heute ist der erste Operationstag. Und noch immer kommen Patienten mit der Hoffnung bei diesem Camp die Chance einer Operation zu bekommen. Unter den Patienten sind auch viele „alte“ Gesichter, die zum Teil nur ihre Dankbarkeit ausdrücken möchten, wie Pranav, oder aber eine weitere OP brauchen, wie Rehana, die zum 4. Mal hier ist.

Dazwischen haben wir in Shevgaon Zeit einige unserer Studierenden zu treffen. Gestern kam Prasad, der seinen Master in Cyber Security sehr erfolgreich abgeschlossen hat und seit etwa 8 Monaten nach einem Job sucht. Die Situation für junge Inder am Arbeitsmarkt ist nicht gut und verschlimmert sich noch durch die wirtschaftliche Stagnation.

19.01.2026

Der Tag beginnt mit einem kleinen Festakt zur Eröffnung des Camps. Patienten vom letzten Jahr, die zu Folgeoperationen kommen, nehmen die Ehrungen vor. Bis zum späten Abend werden die Patienten aufgenommen. Der OP-Plan ist dicht gefüllt.

18.01.2026

Auf dem Weg kommen wir durch einen Ort, der für Baumwolle bekannt ist. Die Menschen, die diese weißen Bälle ernten und auch diejenigen, die sie verladen, bekommen nur ein Minimum an Einkommen. Dies trifft auch für die „Sugar-Cane-Cutter“, die das Zuckerrohr schneiden, zu.

16.01.2026

Love-learn-live e.V. Ist nicht nur im Bereich sozialer Arbeit tätig, sondern stellt auch die Vermittlung und vorbereitende Organisation zwischen dem Ärzteteam und dem Krankenhaus für die Camps der plastischen Chirurgie sicher. Pater Prakaash und ich haben vor vielen Jahren die Erstgespräche für die Camps mit dem Krankenhaus geführt. Wir stellen sicher, dass ausreichend Patienten kommen und dass alle notwendigen Maßnahmen von Seiten des Krankenhauses für den medizinischen Einsatz getroffen werden. Ein (vor-)letzter Check im Krankenhaus bzgl Organisation, Ausstattung an Medizin und Hilfsmitteln sowie Räumlichkeiten – alles ist gut vorbereitet und alle Schwestern und Hilfskräfte warten nun auf den Start des Camps.

Am Nachmittag haben wir eine erste Gelegenheit das neue BSc-Nursing-College zu besichtigen. Dabei haben wir auch einen ersten Kontakt zu den Studierenden.

15.01.2026

Nach einer Nacht im Zug kommen wir pünktlich in Shrirampur an. Unsere erste Station an diesem Tag ist unser Freund, Sudhir Chavan, der uns auch schon in den letzten Jahren mit Werbemaßnahmen für das Plastic Surgery Camp unterstützt hat. Aus unseren Angaben und mit den wenigen Fotos und Videos zaubert er in Kürze Artikel und Videos für sämtliche Social-Media-Kanäle, Zeitungen und Fernsehen. Die Nachricht von einem kostenlosen Plastic-Surgery-Camp, das „von grenzüberschreitendem Mitgefühl und großer medizinischer Kompetenz“ getragen wird, geht viral.
Am Nachmittag werden wir herzlich von den Schwestern am Nityaseva Krankenhaus in Shevgaon empfangen.

13.01.2026

Wieder ein Tag mit sozialer Arbeit. Wir fahren in die Dörfer und besuchen verschiedene Selbsthilfegruppen (Mahila Budget Gat). Die Selbsthilfegruppen widmen sich der Versorgung behinderter Kinder (die Häufung von Kindern und jungen Erwachsenen mit Behinderung ist hier groß), sie stellen Geld für verschiedene Nöte zur Verfügung oder sie lehren Frauen die Herstellung von Gegenständen aus Bambus. Letztere Gruppe hat es bis zur nationalen Ebene Indiens geschafft. Die Frauen sind sehr geschickt und sie zeigen uns die einzelnen Fertigungsschritte.

09.01.2026

Wir fahren heute über Chinder durch satt grüne Hügellandschaft an den Strand zwischen Achara und Malvan. Chinder ist eine ehemalige Missionsstation und wir gedenken dort in besonderer Weise unserem Freund, Anthony Lobo. Er hat in den 80er-Jahren 6 Jahre als Gemeindepfarrer hier gearbeitet. Um Geld für die sehr arme Bevölkerung zu generieren, hat er die Hänge des Mount Carmel mit Mangobäumen bepflanzen lassen. Heute haben diese Bäume eine eindrucksvolle Gestalt. Am Nachmittag die Stille genießend können wir uns vorstellen, wie Anthony an diesem besonderen Ort die Zeit sowohl mit den Menschen als auch in seiner Meditationspraxis verbracht hat.

07.⁠ ⁠und 08.01.2026

Ein Schwerpunktprojekt der Schwestern in Sawantwadi ist vielfältige Sozialarbeit. Sie betreuen behinderte Menschen in den Dörfern, leiten Selbsthilfegruppen für Frauen, unterstützen Ausbildung für Kinder und Jugendliche und betreuen Gefängnisinsassen. Gestern kamen zahlreiche junge Menschen mit ihren Anliegen zur Station. Heute haben wir einzelne Gruppen in den Dörfern besucht, die Familien von Behinderten getroffen, Hustensaft, Eisenpräparate und Calziumsaft verteilt, mit Frauengruppen diskutiert und dabei viel Tee getrunken. Die Lebenssituationen der Menschen hier können wir uns vor unserem westlichen Hintergrund oftmals nicht vorstellen: die Not den Lebensunterhalt zu verdienen, kranke oder behinderte Familienmitglieder, deren Pflege keinen Gelderwerb zulässt zu versorgen, eine hohe Verschuldung etc. Dabei tragen die Menschen ihr Leben mit Würde und mit viel Lachen:

06.01.2026

Gestern, am 5. Januar, bin ich bei minus 10 Grad und verschneiter Landschaft in Deutschland gestartet und werde heute Morgen mit 24 Grad am Flughafen in Goa empfangen. Auf dem Weg nach Sawantwadi, meinem ersten Stützpunkt, bringen wir eine Frau ins Krankenhaus, eines der größten an der Grenze Maharashtra/ Goa. Hier fällt der Blick auf einen großen Wunschbaum der besonderen Art: Frauen hängen Glocken auf, in der Hoffnung guter Hoffnung zu werden.

10. Oktober 2025

Im Herbst 2025 wurde Maharashtra und besonders der Bezirk in dem wir arbeiten von flutartigen Regenfällen getroffen. Dies ist umso bemerkenswerter als der Ahmednagar Distrikt als eine von Trockenheit geplagte Region gilt. In diesem Jahr wurde die Ernte (Baumwolle und Basri (eine Hirseart) durch die Überflutungen zerstört. Damit fehlt vielen Kleinbauern das Geld für Lebensunterhalt, medizinische Versorgung oder für die Schulgebühren der Kinder.